tom cunningham 

 

Pressefotos

 

Presse

Melodie & Rhythmus im April 2008



Reaktion auf "Songwriters-in-the-Round" in Templin am 21.10.2006



Reaktion auf "Songwriters-in-the-Round" in Templin am 15.10.2005


Interview mit melodie&rhythmus 2005




Reaktionen auf Songwriters-in-the-Round On Tour in Templin Oktober 2004

_______________________________________________________________
Der Tagesspiegel:


Stehlampe statt Lagerfeuer: Im Rickenbacker`s Inn treffen sich allmonatlich Musiker wie Willy Bedarf (links) und Tom Cunningham und spielen sich ihre Lieder vor. Foto: David Heerde

Was ich noch zu singen hätte

In einer Wilmersdorfer Kneipe lebt eine alte amerikanische Tradition wieder auf: "Songwriters In The Round"

VON H. P. DA

Vor einem Jahr kam der amerikanische Musiker Tom Cunningham auf den Gedanken, eine Idee aus den USA zu importieren: Einmal monatlich treffen sich vier Songschreiber in intimer Runde, um vor kleinem Publikum Lieder, Geschichten und Gedanken auszutauschen. Und er nannte es: "Songwriters In The Round". Ausgerechnet in der Hildegardstraße, dieser verschlafenen, gutbürgerlichen Wilmersdorfer Ecke, fand er einen geeigneten Ort: Das "Rickenbacker's Inn", benannt nach einer Vorliebe des Wirts für Bässe der Firma Rickenbacker, erinnert immer noch an die Hochzeits- und Jubiläums-Jubilier-Kneipe, die sie einst war, als sie noch "Tiroler Stuben" hieß. Eine Menge Holz an den Wänden, auch Wagenräder, Gitarren, Mandolinen, Hufeisen, Heugabeln, Kutschlaternen, sogar Deko-Pistolen, Gewehre, Säbel, Cowboyhüte, eine Südstaaten-Fahne und Schiffsglocke. Eine kuriose Mischung aus Western Stübl und Tiroler Saloon.

Im Vereinszimmer nebenan sitzt das Publikum in konzentrischen Kreisen unter einem falschen Kronleuchter und Autogrammkarten von Freddy Quinn, Graham Boriney und Rex Gildo. Vielleicht nicht gerade ein Ambiente, dem man größere Anziehungskraft,geschweige denn eine attraktive Musikveranstaltung zutraut. Und doch sind die wenigen, eng gedrängten, nummerierten Sitzplätze schnell besetzt und die kleine, exklusive Runde, die einmal im Monat zusammenkommt, immer ausverkauft.

Optisches Zentrum ist eine Stehlampe in der Mitte, im Schnittpunkt des Kreises, wo sie geradezu symbolisch strahlt - zwischen Tradition und Moderne, silbriger Kühle und warmem Blau. Vier ineinander verflochtene metallische Duschschläuche winden sich vom Fuß der Lampe geradewegs nach oben, um sich am oberen Ende in verschiedene Richtungen zu verzweigen und in vier tütenförmige Lampen aus mattem Glas zu münden. Intimer Scheinwerferersatz für die vier Musiker, die dem Publikum den Rücken zukehren, um sich gegenüber zu sitzen. Ganz eng beieinander zwischen Mikrofonstativen, Gitarren, Kabeln und abgestellten Getränken ."Are we there yet?", singt Cunningham, stellt seine Gäste vor, und sie spielen je einen Song, mehrere Runden. Und erzählen kleine Geschichten über die Stücke, über das Leben, was ihnen gerade so einfällt, mehr oder weniger schüchtern oder wild wehend, scheu oder extrovertiert, je nach Temperament. Gerade der fliegende Wechsel offenbart den

Reiz der Songwriterrunde: völlig unterschiedliche musikalische Stile, Gegensätze in Betrachtung, Auffassung der Dinge und deren Ausdruck. Von naiv bis komplex, von melancholisch bis brüllend komisch.

Individuelle Unterschiede, die sich versöhnen in der gemeinsamen Leidenschaft für akustische Musik, in gegenseitigem Respekt und in gelegentlichem spontanen Zusammenspiel. Und immer steht noch ein fünfter Stuhl in der Runde. Der ist reserviert für jene Kurzentschlossenen aus dem Publikum, denen man nur eine Leihgitarre reichen muss, um sie für einen Song zu gewinnen.

Erstklassige Musiker konnte man hier schon (wieder-)entdecken. Die wunderbaren Sängerinnen McKinley Black aus Massachusetts und Simone Reifegerste aus Neukölln. Virtuose Fingerstyle-Gitarristen wie den Engländer Ian Melrose, den Berliner Werner Lämmerhirt oder den Kanadier Michael Friedman. Berliner Bier-, Balladen- und Bänkelsänger, an die sich Ältere im Publikum noch erinnern aus langen Nächten in den legendären Berliner Folk-Kneipen der 60er und 70er: Beppo Pohlmann, Wurzeleit und Willi Bedarf. Sie amüsieren neben den Fourty- und Fiftysomethings auch junge Leute, die zu jenen großen Zeiten von "Go-In" und "Steve Club" noch gar nicht geboren waren. Auch jene Songschreiber gab es damals noch nicht, die erst knapp 20 sind, und die hier ihre Chance ergreifen, ihr erstaunliches Talent zu zeigen. Wie der begabte Londoner Jon Drury oder Daniel Schmuck aus Spandau.

Alle spielen akustische Gitarren. Deutsche "Liedermacher" treffen auf Songwriter aus den USA, Kanada, Australien, England, Sri Lanka und Sachsen. Und manchmal, doch gottlob selten, klingt es auch mal nach deutschem Schlager. Hart an der Grenze. Zwischen Howard Carpendale und Eurovisions-Grand-Prix. Doch das sind die Ausnahmen, die vom freundlich sachverständigen Publikum gelassen-tolerant hingenommen werden. Der überwiegende Teil der Darbietungen ist ein Vergnügen. Und am Ausgang schließlich gibt es von allen Musikern CDs, die man sonst nicht so leicht im Plattenladen bekommt. Für ältere Interessenten liegen zum Entziffern der CD-Hüllen Leihbrillen bereit.

___________________________________________________ zum Anfang

zur Highlight - Übersicht